1.1.187 Die Familie Skopenko
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Die bildende KunstFotos, digitale Bilder1.1.187 Die Familie Skopenko

Material

Fotopapier, Schwarzweißdruck. Fotobearbeitung mittels künstlicher Intelligenz.

Größe:
12 x 8 cm

Datierung
1947

Legende

Die Familie Skopenko: Ivan, Julia (geb. Wilhelm), Töchter Tamara, Nina und Valya.

Karl und Emilia Wilhelm hatten vier Töchter: Julia, Maria, Emilia und Frida. Sie lebten im ukrainischen Dorf Konstantinowka. 1938 wurde Karl Wilhelms Vater verhaftet und verschwand spurlos. Die Schicksale der Schwestern aus der deutschen Familie verliefen unterschiedlich. Maria, durch Heirat eine Gritsenko, heiratete einen Ukrainer und lebte ihr ganzes Leben in Antratsyt in der Region Luhansk. Die zweite Schwester, Emilia, durch Heirat eine Shpis, wurde in den Ural deportiert. Unterwegs wurde der Zug bombardiert, ihr Sohn Andrei verschwand spurlos, und ihre Tochter verlor den Verstand. Emilia blieb in Krasnoturinsk. Eine weitere Schwester, die dreizehnjährige Frida, wurde mit ihrer Mutter nach Workuta geschickt, um dort Kohle abzubauen. Später, 1953, heiratete sie in Kasachstan Walter Germanowitsch Häring. Julia, die ältere Schwester, wurde 1941 nicht deportiert, da sie mit einem Ukrainer verheiratet war und den Nachnamen Skopenko trug. Doch während der Nazi-Besatzung der Ukraine wurden sie zusammen mit anderen nach Rostock deportiert. Als die Rote Armee 1945 einmarschierte, wurden sie in Züge verladen, angeblich um in ihre Heimat zurückgeschickt zu werden. In Wirklichkeit brachte der Zug die als „unerwünscht“ geltenden Menschen in das Dorf Burundai bei Almaty in Kasachstan. So gelangte die Familie Skopenko nach Kasachstan. Später trafen sie Frida und ihre Mutter hier in der Region Pawlodar. Die Härings nahmen Ivan Skopenko herzlich auf. Trotz ihrer unterschiedlichen Nationalitäten verband sie ein tiefes familiäres Band. Nach seinem Tod wurde Ivan Skopenko im selben Grab wie die Härings beigesetzt.

Versender

Viktor Häring (Hannover, Deutschland). 2026

Lagerort

Persönliches Archiv von Viktor Häring (Hannover, Deutschland). 2026.

Text: Tamara Volkova